Metropolregion oder Provinz? (05.2008)

Erstmals in der Erdgeschichte leben weltweit mehr Menschen in Städten als am Land. Freilich, Stadt bedeutet dabei nicht mehr nur Gässchen und Platz innerhalb einer Stadtmauer sondern ist eine urbane Agglomeration mit allem was wir heute kennen: Favela oder abgegrenztes Luxusviertel, Plattenbau oder Shoppingcenter, Fußgängerzone in der Innenstadt oder zahllose Einfamilienhäuser entlang der Ausfahrtsstrassen.

Shared Space, im Kopf und auf der Strasse (06.2008)

Im Lendwirbel war was los vom Kunsthaus bis Lendplatz: Spaß ganz ohne Aufblasburg. Eine wunderbare Ausstellung junger Künstlerinnen ganz ohne PR-Maschine und Hochglanz-Flyer-Eitelkeit. Plaudern, flirten bis in die Morgenstunden ganz ohne Komasaufen

Der Unterschied zwischen Anpassung und Anpasslerisch (07.2008)

„Zucchini von einem Gelb zum Niederknien, besonders milder junger Knoblauch, wunderschöne Kornblumensträuße, die kein Florist hat“ – wir haben uns umgehört was Grazerinnen und Grazer am Bauernmarkt im Lend lieben

Im frischen Wind (09.2008)

Ende August am Strand Korsikas. Ein starke Brise peitscht die Wellen, beult Sonnenschirme und bringt Sand zum Tanzen. Die Luft klar, der Himmel blau, die Sonne gelb, ein paar weiße Wolken ziehen dahin – herrlich ist es im frischen Wind. Wie neulich eines Sommerabends im HDA

6 nach 6 Das Erlebnis für Genießer (10.2008)

Ja das wäre was, wenn man kreative Stadtentwicklung einmal erotisch beschreiben könnte. Aber leider muss ich das verschieben und die Pointe vorwegnehmen: 6 nach 6 ist es die ganze Zeit, nämlich auf der Uhr am Südtirolerplatz, die einsam im Weg herumsteht

Des Kaiser´s neue Kleider - revisited (11.2008)

Auf kommunaler Ebene werden, von vielen Bürgern gar nicht so wahrgenommen, die politischen Weichen für Entscheidungen mit unmittelbaren Auswirkungen auf das eigene Leben gestellt. Besonders deutlich wird dies bei einem Thema wie der innerstädtischen Verkehrsgestaltung und dem öffentlichen Raum

Der Wunsch an das Christkind (12.2008)

Nicht nur die sozialdemokratische Partei schreibt im Wahlmanifest zu „Qualität der Arbeit“, dass geringe Höhe der Einkommen, mangelnde Arbeitsplatzsicherheit, prekäre Arbeitsverhältnisse und erhöhte Anforderungen ohne Gegenleistung den Druck auf den einzelnen Menschen verstärken würden

Verkauft und verraten (01.2009)

Neulich erzählte mir eine Grazerin von einem unangenehmen Erlebnis. Sie berichtete, sie hätte Gäste aus dem Ausland gehabt und wie es sich für eine gute Gastgeberin geziemt, war frau mit der Standseilbahn auf den Schlossberg gefahren um als erstes die Aussicht auf unsere schöne Stadt Graz zu präsentieren

Leer oder frei? (02.2009)

Das Thema ist weder besonders neu noch einfach aber wirksame Lösungen sind mehr als rar. Geschäfte sterben. Aber die Zeit heilt alle Wunden oder besser, die Menschen sind vergesslich und gewöhnen sich schnell an den Zustand der sie umgibt

Das gemeinsame Haus bauen (03.2009)

Und wieder einmal ist die Annenstraße in aller Munde. Sie soll statt einem Glasscherbenviertel (?) eine Flaniermeile werde

Es grünt so grün (04.2009)

Der Frühling zieht ins Land und auch die Stadt wird wieder grün. Graz ist dann besonders grün, nicht erst seit der letzten Wahl. Im historischen Kern diesseits und jenseits der Mur haben engagierte BürgerInnen und mutige Politik großzügige Parkanlagen initiiert und umgesetzt

Support your Lokal Heroes! (05.2009)

Es geht gerade heiß her in unserer Stadt. Weil mit viel offiziöser Begleitmusik soll Graz zur Designhauptstadt werden und der erste Designmonat ist schon ausgebrochen. Das klingt nach Kreative, nach Stadt, nach Entwicklung

Stadt ohne Auto (06.2009)

Eines vorweg: Man möge mir nicht unterstellen, eine grundsätzliche Aversion gegen das Auto oder gar Neid gegenüber Autobesitzern zu haben. Im Gegenteil, bin ich doch Besitzer von gleich zwei Blechkarossen.

Ist da jemand?(09.2009)

"Es wird immer schlimmer" in Österreich, meinte Martin Kusej kürzlich in einem Interview, wo er feststellt, daß das Niveau in allen Bereichen sinkt: "In der Sozialpolitik, im ORF, in der Bildung, alles wird flächendeckend heruntergeschraubt. Wie soll es auch anders sein beim Niveau unserer Politiker?" 

Mamma Mia! (10.2009)

Vor nicht allzulanger Zeit leistete sich Graz eine „Halle für Alle“. Klaus Kada, steirischer Architekt alter Grazer Schule, legte dazu einen großen Wurf aufs Papier. Mit seiner internationalen Erfahrung und lokalen Abgebrühtheit gelang es ihm auch, dutzende Steuermillionen in eine echte Stadthalle zu verwandeln.

Leitsätze und Leitplanken (11.2009)

Im Grazer Haus der Architektur wurden dieser Tage die zuvor einstimmig beschlossenen „Baupolitischen Leitsätze des Landes Steiermark" vorgestellt. Mit diesen Leitsätzen will Landespolitik und –verwaltung eine Qualitätsrichtlinie vorgeben, die für all Planungen und Bauvorhaben verbindlich einzuhalten ist.

Der Luxusradweg (12.2009)

Fast 3,6 Millionen Euro für 1,43 Kilometer Radweg kostet es, das ehemalige Messe-Areal mit Geh- und Radwegen zu erschließen. Allein der Rückkauf kostet bis zu zwei Millionen Euro. Der Stadtrechnungshof kritisiert das Projekt als zu kostspielig. Denn die Stadt muss Grundstücke teuer von der Neuen Heimat und GWS ablösen, die das Areal von der stadteigenen Messe 2007 gekauft haben.

Sang- und Klanglos (02.2010)

Was noch vor fünf Jahren laut getöst hat, döst jetzt leise vor sich hin. Eine leitende Stelle in Graz ist ausgeschrieben, ein Abteilungsleiter für „Stadtplanung“ wird gesucht. In Zeiten wie diesen, könnte man glauben, macht das was her. Ein sauberer Vertrag statt Prekariat und im Vergleich zur Privatwirtschaft super bezahlt. Eine echte Chance für Kreative, Stadt, Entwicklung.

Die Murinsel muss weg! (03.2010)

Was Marcel Proust vor gut hundert Jahren festgestellt hat, scheint zeitlos. Und es steht ein Fall an, der uns zeigen wird, wozu unsere Politiker neigen. Wir erinnern uns: Weil im Jahre 2003 ein Kulturevent ins Haus Graz stand, wurde ein Eventmanager gesucht. Ein Intendant aus dem Fernsehen wurde Martin Heller von Graz. Der TV-Intendant wollte ein mediales Ereignis, aber leider hatte man dazu das Funkhaus verschlafen.

Too Big To Fail (04.2010)

Wenn Unternehmen oder Geschäftspartner davon ausgehen, ein Unternehmen sei aufgrund seiner Größe vor jeder Insolvenzgefahr geschützt, schafft dies Anreize, Risiken einzugehen, die ansonsten nicht eingegangen würden. Die Marktdisziplin wird vermindert und exzessive Risikobereitschaft wird auf Kosten anderer gefördert.

Das Verantwortungs-Los (05.2010)

Schon in der attischen Demokratie gab es angeblich die Kritik, dass dieses Herrschaftssystem in weiten Bereichen auf den Sachverstand und die Erfahrung ausgebildeter Funktionseliten verzichtet hat.

Wer macht Stadt? (06.2010)

Stadtteilentwicklung durch neue Arten von Urbanität und Lebensformen ist eine immer wieder auftauchende Erscheinung in europäischen Städten. Dies zeigt sich aktuell im Kiez in Hamburg, in Zürich-West oder Wien-Ottakring. Der Bezirk Lend in Graz ist genauso lebender Beweis dafür.

Trostlos, Trost und los! (07.2010)

Kürzlich eines Donnerstags im Kunsthauscafe um 18.30 war es wieder einmal da: Das Gefühl der Leere und Trostlosigkeit in meiner Heimatstadt, nämlich als allereinzigster Gast da drin zu sitzen um wenig später von der Sperrstunde zu erfahren. Nicht dass es mir schmeicheln würde, in so einem prominenten Raum, mit soviel Glas, teurem Gestuhle und feinster Schleiflackbar ganz alleine im bedienten Mittelpunkt zu stehen. Auch nicht, dass ich schadenfroh dem Abgesang dieses repräsentativen Ortes inmitten sitze. Nein.

Eine Frage des Niveaus (09.2010)

Als mich vor dem Sommer unser aller Hansi Hinterseer aus dem Feuilleton der deutschen „Zeit“ anlachte, dachte ich, weit hat er´s bracht, mein Kollege und Kumpan des wilden Schilehrer- und Schifahrernachtlebens im Kitz´ der 80er-Jahre. Gekampelt und gestriegelt strahlte er da, mit dem Micro in der Hand und vier holden Grazien im Hintergrund.